Fabio De Rosa

BIOGRAPHIE


Fabio De Rosa wurde 1973 in Genua geboren. Schon im frühesten Alter zeigte er eine starke Neigung zur Musik, und mit fünf Jahren begann er mit dem Flötenunterricht. 1993 schloss er sein Querflötenstudium am Konservatorium 'Antonio Vivaldi' in Novara bei seiner Lehrerin Mara Luzzatto ab. Von 1989 bis 1994 studierte er zudem in Basel bei einem der größten Flötisten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Aurèle Nicolet. Er wurde auf ausdrückliche Einladung Nicolets Schüler, nachdem er dem Meister bei einem Meisterkurs in Genua aufgefallen war. Auch Michele Marasco, ein hervorragender Vertreter der jungen Flötistengeneration, wurde in Florenz auf ihn aufmerksam. 1997 wurde Fabio De Rosa an der Hochschule für Musik in Zürich in die Klasse eines anderen erstrangigen Flötisten aufgenommen: Philippe Racine. Hier beendete er das Studium im Jahr 2000 mit dem Konzertreife-Diplom und hatte die Ehre, im Abschlusskonzert neben Giorgio Mandolesi aufzutreten, dem ersten Fagottisten des Orchestre de Paris und Dozent am Conservatoire National Supérieur in Paris. Mit Mandolesi hatte er später noch mehrfach die Chance, Konzerte in Duo- oder Triobesetzung zu geben. Während seines Studiums in Zürich wurde Fabio De Rosa von Philippe Racine ausgewählt, die Hochschule in einem Projekt unter der Leitung des berühmten Oboisten und Komponisten Heinz Holliger zu vertreten, von dem er bemerkenswerte Wertschätzung erfuhr. 1998 gewann er den Wettbewerb der Europäischen Gemeinschaft für den Aufbau eines Ensembles für zeitgenössische Musik ('Aulodia'), mit dem er unter Leitung von Pietro Borgonovo am Teatro Carlo Felice in Genua zwei Konzertsaisons des historischen Genueser Konzertveranstalters GOG eröffnete. Im selben Jahr war er Finalist in zwei Wettbewerben um die Stelle des ersten Flötisten im Orchester: an der Oper in Rom und am Teatro Carlo Felice in Genua. 1999 nahm er im Politeama Genovese zusammen mit der Sopranistin Mariella Devia an einem Wohltätigkeitskonzert teil, das von dem Fernsehmoderator Fabio Fazio präsentiert wurde.



2001 bat der berühmte russische Geiger Boris Belkin bei einer Probe für das 1. Violinkonzert in D-Dur op. 19 von Sergej Prokof'ev nach der Flötenkadenz den Dirigenten öffentlich, De Rosa kennen lernen zu können, um ihm persönlich zu gratulieren. 2002 nahm De Rosa an einer Tournee nach Japan mit der Sopranistin Miwako Matsumoto teil; in diesem Rahmen spielte in der renommierten Kioi Hall in Tokio und nahm eine CD für JVC auf. 2005 war er in New York, um die modernsten Techniken seines Instruments bei Robert Dick zu studieren, der zu den wichtigsten Kennern der neuen auf der Flöte erreichbaren Klangfarben gehört. 2006 interpretierte er in Genua in der 'Casa Paganini' die Uraufführung des Werks Nodi für Sopran, Flöte und Klavier von Massimo Pastorelli nach eigens dafür verfassten Texten von Edoardo Sanguineti auf. Er gehört auch zu den Widmungsträgern der Komposition. 2007 war er eingeladen, in der Abbazia della Cervara in Portofino als Solist in einem Konzert für die Auslandskorrespondenten der 'New York Times' mitzuwirken; auf dem Programm standen das Konzert für Flöte und Orchester op. 10 von Antonio Vivaldi und die Suite in h-Moll von Johann Sebastian Bach. Im Sommer 2010 führte Fabio De Rosa beim Festival di Villa Faraldi das Werk Sequenza I für Flöte von Luciano Berio auf (Einstudierung unter Leitung von Michele Marasco). Der Abend war eine Hommage an Edoardo Sanguineti, den großen Freund und Mitarbeiter von Berio, und wurde von dem Künstler und Journalisten Giuliano Galletta präsentiert. 2011 begann die Zusammenarbeit mit der Pianistin Stefania Neonato. Das Duo führte eine Italientournee durch, die in der Einspielung einer CD mit den wichtigsten Meisterwerken aus dem 19. Jahrhundert für Flöte und Klavier gipfelte: den Variations pour le Piano et le Flûte op. 160 von Franz Schubert, der Serenade op. 41 von Ludwig van Beethoven, den Sonaten op. 10 Nr. 2 und Nr. 3 von Carl Maria von Weber sowie der Grande Sonate op. 64 von Johann Nepomuk Hummel. Das Repertoire von Fabio De Rosa umfasst Werke vom Barock bis zur zeitgenössischen Musik, die er besonders unter Leitung seiner Professoren Nicolet, Racine, Dick und Marasco vertieft hat.

trad. Annette Seimer